“Humanus” – ein Escape Game auf Tape!

22220983758_d6f0d32b21_bJetzt ist mir ein großartiges Escape Game / Serious Game in die digitalen Hände gefallen. Schon seit Jahren habe ich das Blog “A Playful Path” abonniert. Es ist ein tolles Blog mit tausenden guten Ideen rund um die Themen “Spiele” und “spielend lernen” (inklusive der Methoden, die sinnvolle Debriefings unterstützen). Vor ein paar Wochen wurde auf dem Blog ein Room Escape Game veröffentlicht. Es heißt “Humanus” und kommt aus dem Jahr 1973. Das “Spiel” ist mit einer Gruppengröße von ca. 5 – 15 Teilnehmenden spielbar. Das Spiel läuft über eine einzige (digitale) Tonbandaufnahme – die ich besonders charmant finde, weil sie klingt und knackt wie die Dinger das in den 70er Jahren eben gemacht haben.

Das Szenario

Die Apokalypse hat stattgefunden. Eine kleine Gruppe Menschen hat sich in einen Luftschutzbunker gerettet. Der Bunker und das Leben darin, werden nun von einem Computer gesteuert (der Computer und seine Handlungsanleitungen sind Inhalt des Tonbands). Das Spiel dauert ca. 80 Minuten – ein anschließendes Debriefing ist dringend notwendig, wenn das Erlebnis zu Erfahrung werden soll. (Hier eine exzellente Auswahl von Debriefing und Evaluationsmethoden, die euch bei der Auswertung unterstützen können.)

Wir spielen das Spiel in einem alten Keller, den wir entsprechend eingerichtet haben. Spiele wie dieses, leben häufig von der Atmosphäre in der sie stattfinden. Macht euch einfach ein bis drei Gedanken zu dem Ort an dem ihr spielt und ihr werdet feststellen, dass die Ergebnisse immer besser bzw. anders werden.

Die Anleitung

Ich habe eine kleine Anleitung für Game Master ins Unreine getippt, um “Humanus” wirklich spiel- und organisierbar zu machen. Hier kommt ihr zur Anleitung. Spiel und Anleitung sind in Englischer Sprache.

Der Einsatzbereich

Wir setzen dieses “Spiel” in interkulturellen Kontexten ein, um Gruppen gemeinsam eine Situation bewältigen zu lassen und um Gruppendynamiken aufzubauen und zu erproben. In dem Spiel selbst sind Themen wie Demokratie, Fremdbestimmung, Technikhörigkeit, Menschlichkeit, Solidarität, Frieden, Kooperation etc. enthalten. Die Bögen, die sich in einer guten Evaluation schlagen lassen, können Teilnehmende in tiefe Lernprozesse führen. Die Anknüpfungspunkte in unsere Zeit hinein sind deutlich, weil die großen Themen sich eben nur selten ändern.

Ich würde sagen, dass “Humanus” ab einem Alter von 15/16 seine ganzes Potential entfalten kann. In einem formalen Kontext kann dieses Spiel für Oberstufenschüler*innen großen Mehrwert liefern. Von inhaltlichen Einstiegen in dystopische Lektüren wie zB Brave New World, 1984, Slaughterhouse 5 oder als Sprachübungseinheit kann ich mir “Humanus” sehr gut vorstellen.

Das Bildungsrad (nicht) neu erfinden! – neue Pottkast-Folge ist online!

Bildschirmfoto 2016-05-16 um 15.38.33Und da ist Folge 18 auch schon online. In diesem außergewöhnlichen Pottkast geht es um Mashup-Projekte, Bildungs-Franchising und das Recht den Titel “Founder” zu tragen. Außerdem leaken wir ein Projekt, das aus einem Talk von Richard Sennett entsteht.

Hochspannung und Dramatik pur! Macht euch ne Tüte Popcorn auf (oder ein Bier), lehnt euch zurück und genießt die geballte Kompetenz des Team thinkeurope.

Under Construction: Erster Bildungs-Exit-Room

Das Team @thinkeurope macht (schon wieder) was Neues. Es ist einfach unfassbar. Wie machen die das bloß? Dieses Mal ist es ein Exit-Room Game (Escape-Game). Warum?

Weil es im Bildungsbereich noch keine Exit-Rooms gibt und weil wir glauben, dass sich ein Exit-Room gerade in gruppendynamische und interkulturelle Lernprozesse hervorragend einbinden lässt.  Geplant ist ein Raum, den wir auch der Öffentlichkeit 1-2 mal im Monat zur Verfügung stellen, um in den “Genuss” dieser Erfahrung zu kommen. Natürlich mit anschließender Evaluation.

Der Raum wird das erste Mal zu unserem internationalen Projekt “Zombieland Europe” in Betrieb genommen bzw. eingeweiht. Das Room-Design, das Storytelling und die analogen und digitalen Quests sind gerade im Aufbau.

Hier seht ihr die “Bevor-Bilder”. Die “Danach-Bilder” kommen danach. Foto 22.03.16, 08 14 40 Foto 22.03.16, 08 14 25

Videodoku zu unserem Projekt “Gegen die Wand!”

Neu reingekommen: Die Video-Doku zu unserem Projekt “Gegen die Wand – Farben und Formen der Freiheit“. Sehr sehr gut geworden. Sowas kann passieren, wenn man Jugendlichen freie Hand lässt.

“Das hat Hauptstadtformat!” – Unser Projekt “Phonehenge” erhält Auszeichnung vom Bundesverband der Jugendkunstschulen

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Unser Projekt “Phonehenge – A communication Metaphor” wurde vom Bundesverband der Jugendkunstschulen ausgezeichnet. Das Projekt wurde von uns unter dem Label der europäischen Jugendbildung “think europe” entwickelt und in Kooperation mit der Jugendkunstschule in Altenkirchen umgesetzt. Hier der Laudatio-O-Ton:

„Phonehenge. A Communication Metaphor” der Jugendkunstschule Altenkirchen und des Europahauses Marienberg verbindet kulturelle und politische Bildung mit multilateralem Jugendaustausch sowie die aktuellen Themen Kommunikation und Europa und schafft auf diese Weise eine einzigartige Installation für den öffentlichen Raum. Der zweite Preis des Bundeswettbewerbs „Rauskommen! Der Jugendkunstschuleffekt“ geht an eine innovative und partizipative Projektidee mit beeindruckender künstlerischer Qualität. Im Internet kursieren aktuell Bilder, die die drei größten Ängste unserer Zeit in drei einfachen Icons darstellen: schlechter WLAN-Empfang, lange Ladezeiten und niedriger Akku-Status. Digitale Kommunikation ist in unserem Alltag selbstverständlich geworden und dennoch sind wir in so vielen Situationen nicht in der Lage richtig zu kommunizieren. Das Thema betrifft uns alle, doch viel zu häufig teilen, sharen, liken, posten, texten und mailen wir ohne wirklich darüber nachzudenken was wir und mit wem wir es teilen. Mit! „Phonehenge. A Communication Metaphor” ist eine großartige Auseinandersetzung mit dem Thema Kommunikation gelungen: Die neugestalteten Telefonzellen sind gleichzeitig Medium und Metapher der künstlerischen Auseinandersetzung. Entstanden sind unter anderem eine überdimensionale Mailbox, eine Gefängniszelle mit freiem WLAN-Zugang und eine Datenkrake, die die Frage stellt, welche Inhalte man mit der ganzen Welt teilen möchte.

Für mich ist in meinem Alltag auch Europa selbstverständlich geworden bzw. es ist immer selbstverständlich gewesen. Wenn man mich und meine Altersgenossen fragt, was Europa ausmacht, dann wird man als Antwort oft: „offene Grenzen“ bekommen. Denn das war für meine Generation, so lange wir uns erinnern können, eine Selbstverständlichkeit, die jedoch, wie man in den letzten Tagen merkt, gar nicht so selbstverständlich ist. In Zeiten, in denen Grenzen in Europa wieder kontrolliert und geschlossen werden, ist es umso wichtiger, dass junge Menschen, sich begegnen und sich darüber austauschen können, was Europa für sie eigentlich bedeutet. Über „Phonehenge. A Communication Metaphor” sagte eine Teilnehmerin: „Über die Tage entwickelte sich die Arbeitsatmosphäre und die Gemeinschaft zu einem solchen Zustand und einer Intensität, die ich zuvor niemals erfahren habe. Wenn es das ist, was Europa uns eröffnet, dann möchte ich Teil davon sein!“ Wenn ein Projekt dieses Bewusstsein bei Jugendlichen erzeugen kann, ist das vielleicht der größte Erfolg, den kulturelle Bildung für ein gemeinschaftliches Europa überhaupt erzielen kann. „Phonehenge. A Communication Metaphor“ hat Raum für Auseinandersetzung, Begegnung, Gestaltung und Identität geschaffen. 58 Jugendliche aus Polen, Tschechien, Slowenien, Frankreich und Deutschland sind sich begegnet. Es wurde nicht nur über die politischen, kulturellen und sozialen Begebenheiten Europas geredet, sondern durch die Begegnungen untereinander erlebbar gemacht. In Diskussionen und kurzen Vorträgen wurden aktuelle europäischen Fragen thematisiert, in der Arbeit miteinander musste konkret damit umgegangen werden.

Und noch ein Punkt ist wichtig. Die fertigen Objekte bilden eine innovative und beeindruckende Installation für den öffentlichen Raum. Die zwölf ehemaligen Telefonhäuschen – analog zu den zwölf Sternen der Europäischen Flagge – stehen nun in Altenkirchen und Marienberg. Durch die Ausstattung mit Twitter-Accounts laden diese „metaphorischen Kommunikationsobjekte“ Passanten zur Interaktion ein. Sie können dadurch Teil der Installation werden.

„Phonehenge. A Communication Metaphor“ zeigt eindrucksvoll, wie gut es gelingen kann, kulturelle und politische Bildung durch Anknüpfung an die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen miteinander zu verbinden, und gleichzeitig Europäische Begegnung zu schaffen. Die Jugendkunstschule Altenkirchen, das Europahaus Marienberg und die Jugendlichen aus 5 Europäischen Ländern sind rausgekommen, indem sie Themen auf eine Art und Weise angegangen sind, die man auf den ersten Blick in einer Stadt im tiefsten Westerwald mit 6300 Einwohnern für ungewöhnlich halten mag. Der letzte Satz auf der Urkunde der Bundesjugendministerin lautet: „Das hat Hauptstadtformat“.

EUducation Pottkast 3. Folge ist Online. Thema: Die BpB

Ein kritisches Gespräch über die Erfahrungen mit dem größten Fördergeber der “think europe”Jugendbildung des Europahaus Marienberg: Die Bundeszentrale für politische Bildung BpB

Schonungslos wird die Bundeszentrale mit Lob und Kritik überhäuft. Ein Blick hinter die Kulissen des ganz normalen Bildungswahnsinns. Zu Anfang ein kurzer Überblick über die BpB und ihre Aufgaben. Zur Mitte dreht sich das Gespräch um die ganz subjektiven Erfahrungen mit der Bundeszentrale für politische Bildung (Regelförderung, Sonderförderung, Tagungsbeobachtung, Richtlinien etc.).

Hier geht es zum Pottkast.

Phonehenge – Projektupdate

Vor einiger Zeit habe ich über Phonehenge geschrieben. Es ist Zeit für ein Update. Die Idee ist jetzt ca. 8 Wochen alt und seitdem hat sie sich vom Hirngespinst zu einem massiven Bildungshack im “Borderland” zwischen politischer Bildung, Kunst und digitalen Medien ausgewachsen. 12 Zellen werden von 60 Jugendlichen neu erfunden und zu einer Metapher für Europa und interkulturelle Kommunikation umgestaltet. Jede Zelle wird im Digitalen verortet (Google Maps, Twitter Accounts, QRetrospectives etc.). Zu Anfang herrschte einige Skepsis, ob ein Projekt dieser Größenordnung tatsächlich finanziell zu stemmen ist. Mittlerweile werden die “???” hinter dem Projekt immer kleiner und das Projekt findet immer mehr Aufmerksamkeit. Auch die Finanzierung steht weitestgehend. Die Bundeszentrale für politische Bildung ist mit einer Sonderförderung (“Innovative-Methoden-Topf”) im fünfstelligenBereich dabei. Drittmittel machen Ankauf und Transport der Telefonzellen (Berlin nach Bad Marienberg) möglich und der Antrag bei Erasmus+ ist vor einigen Tagen an die Nationalagentur Bonn gegangen – Entscheidung im Juni. Die Zeichen stehen auf Bildungssturm!!! Hier gehts zu Programm und Konzept.