“Das hat Hauptstadtformat!” – Unser Projekt “Phonehenge” erhält Auszeichnung vom Bundesverband der Jugendkunstschulen

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Unser Projekt “Phonehenge – A communication Metaphor” wurde vom Bundesverband der Jugendkunstschulen ausgezeichnet. Das Projekt wurde von uns unter dem Label der europäischen Jugendbildung “think europe” entwickelt und in Kooperation mit der Jugendkunstschule in Altenkirchen umgesetzt. Hier der Laudatio-O-Ton:

„Phonehenge. A Communication Metaphor” der Jugendkunstschule Altenkirchen und des Europahauses Marienberg verbindet kulturelle und politische Bildung mit multilateralem Jugendaustausch sowie die aktuellen Themen Kommunikation und Europa und schafft auf diese Weise eine einzigartige Installation für den öffentlichen Raum. Der zweite Preis des Bundeswettbewerbs „Rauskommen! Der Jugendkunstschuleffekt“ geht an eine innovative und partizipative Projektidee mit beeindruckender künstlerischer Qualität. Im Internet kursieren aktuell Bilder, die die drei größten Ängste unserer Zeit in drei einfachen Icons darstellen: schlechter WLAN-Empfang, lange Ladezeiten und niedriger Akku-Status. Digitale Kommunikation ist in unserem Alltag selbstverständlich geworden und dennoch sind wir in so vielen Situationen nicht in der Lage richtig zu kommunizieren. Das Thema betrifft uns alle, doch viel zu häufig teilen, sharen, liken, posten, texten und mailen wir ohne wirklich darüber nachzudenken was wir und mit wem wir es teilen. Mit! „Phonehenge. A Communication Metaphor” ist eine großartige Auseinandersetzung mit dem Thema Kommunikation gelungen: Die neugestalteten Telefonzellen sind gleichzeitig Medium und Metapher der künstlerischen Auseinandersetzung. Entstanden sind unter anderem eine überdimensionale Mailbox, eine Gefängniszelle mit freiem WLAN-Zugang und eine Datenkrake, die die Frage stellt, welche Inhalte man mit der ganzen Welt teilen möchte.

Für mich ist in meinem Alltag auch Europa selbstverständlich geworden bzw. es ist immer selbstverständlich gewesen. Wenn man mich und meine Altersgenossen fragt, was Europa ausmacht, dann wird man als Antwort oft: „offene Grenzen“ bekommen. Denn das war für meine Generation, so lange wir uns erinnern können, eine Selbstverständlichkeit, die jedoch, wie man in den letzten Tagen merkt, gar nicht so selbstverständlich ist. In Zeiten, in denen Grenzen in Europa wieder kontrolliert und geschlossen werden, ist es umso wichtiger, dass junge Menschen, sich begegnen und sich darüber austauschen können, was Europa für sie eigentlich bedeutet. Über „Phonehenge. A Communication Metaphor” sagte eine Teilnehmerin: „Über die Tage entwickelte sich die Arbeitsatmosphäre und die Gemeinschaft zu einem solchen Zustand und einer Intensität, die ich zuvor niemals erfahren habe. Wenn es das ist, was Europa uns eröffnet, dann möchte ich Teil davon sein!“ Wenn ein Projekt dieses Bewusstsein bei Jugendlichen erzeugen kann, ist das vielleicht der größte Erfolg, den kulturelle Bildung für ein gemeinschaftliches Europa überhaupt erzielen kann. „Phonehenge. A Communication Metaphor“ hat Raum für Auseinandersetzung, Begegnung, Gestaltung und Identität geschaffen. 58 Jugendliche aus Polen, Tschechien, Slowenien, Frankreich und Deutschland sind sich begegnet. Es wurde nicht nur über die politischen, kulturellen und sozialen Begebenheiten Europas geredet, sondern durch die Begegnungen untereinander erlebbar gemacht. In Diskussionen und kurzen Vorträgen wurden aktuelle europäischen Fragen thematisiert, in der Arbeit miteinander musste konkret damit umgegangen werden.

Und noch ein Punkt ist wichtig. Die fertigen Objekte bilden eine innovative und beeindruckende Installation für den öffentlichen Raum. Die zwölf ehemaligen Telefonhäuschen – analog zu den zwölf Sternen der Europäischen Flagge – stehen nun in Altenkirchen und Marienberg. Durch die Ausstattung mit Twitter-Accounts laden diese „metaphorischen Kommunikationsobjekte“ Passanten zur Interaktion ein. Sie können dadurch Teil der Installation werden.

„Phonehenge. A Communication Metaphor“ zeigt eindrucksvoll, wie gut es gelingen kann, kulturelle und politische Bildung durch Anknüpfung an die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen miteinander zu verbinden, und gleichzeitig Europäische Begegnung zu schaffen. Die Jugendkunstschule Altenkirchen, das Europahaus Marienberg und die Jugendlichen aus 5 Europäischen Ländern sind rausgekommen, indem sie Themen auf eine Art und Weise angegangen sind, die man auf den ersten Blick in einer Stadt im tiefsten Westerwald mit 6300 Einwohnern für ungewöhnlich halten mag. Der letzte Satz auf der Urkunde der Bundesjugendministerin lautet: „Das hat Hauptstadtformat“.

Projektidee: “Phonehenge” – ein europäisches Kunst- und Kommunikationsprojekt

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Foto by gynti_46 CC BY-NC-SA 2.0

 

2014: Es wird Großes passieren!

Eine Idee, die gerade geboren wurde und die das Potential hat, zu dem europäischen Bildungsprojekt 2014 zu werden.

28 Telefonzellen (eine für jeden EU-Mitgliedstaat), sechzig Jugendliche aus unterschiedlichen europäischen Ländern, eine Vision: Europa mit Hilfe digitaler Kommunikationskunst vernetzen.

Dieses Projekt ist die konsequente Weiterentwicklung der innovativen Verbindung zwischen politischer Bildung, Kunst und digitaler Partizipation. Das Team der europäischen Jugendbildung “think europe” ist bundesweit führend, wenn es um die Realisierung neuartiger europäischer Jugendbildungsprojekte geht – zuletzt wurde das Projekt pARTizipation erfolgreich umgesetzt.

Ziel von “Phonehenge” ist die Installation von 28 Telefonzellen auf einem Areal in Bad Marienberg – Heimat des Europahauses Marienberg – europäisches Bildungs- und Begegnungszentrum. Die Telefonzellen sowie die Umgebung werden von jungen Europäer_innen künstlerisch gestaltet (Grafitti, Mosaik, Urban Gardening, Guerilla Knitting, Metall- und Schweißkunst,…). Über und zwischen den Telefonzellen findet der inhaltliche europäische Dialog (sozial, kulturell und politisch) statt. Die jungen Europäer_innen senden ihren europäischen Gedanken in die EU aus, um europäische Bürgergesellschaft praktisch zu leben und weitere Vernetzung und europäische Auseinandersetzung zu initiieren.

“Phonehenge” ist eine kommunikatorische Methapher, die Jugend in und mit Europa real vernetzt.  Das Projekt, sprich jede einzelne Telefonzelle,  wird zu einem viralen Teil der digitalen Welt via eigenem Facebook- und Twitteraccount sowie einem eigenen Projektblog und bietet damit direkten Zugang zu politischer Teilhabe über das Internet. Das Projekt animiert dazu, gleiche Vorhaben in anderen Ländern hervorzubringen, um einen nachhaltigen europäischen Bildungsprozess zu starten.

Telefonzellen gesucht – Sozialsponsoring

Dieses Projekt steht und fällt mit 28 Telefonzellen!

Für die Realisation brauchen wir eine großzügige Spende in Form von 28 Telefonzellen. Die Telefonzellen können alt und beschädigt sein, sollten als Telefonzelle aber noch erkennbar sein.

Wenn Sie “Phonehenge” in irgendeiner Art und Weise unterstützen möchten oder Fragen zu dem Projekt haben, können Sie gerne die Kommentafunktion nutzen oder alternativ direkt mit uns in den Kontakt treten:

Studienleiter “think europe”

Anselm Sellen und Karsten Lucke
E-Mail: thinkeurope@europahaus-marienberg.eu / Tel.: 02661 640 0